Artgerechtes und gesundes Futter für den Hund

Auch beim Hund hat die Ernährung direkte Auswirkungen auf seine Gesundheit, mindestens aber auf seine Energie, sein Wohlbefinden. Wir sind was wir essen, das gilt eben auch für unsere Vierbeiner. An dieser Stelle muss natürlich auch die enge Verwandtschaft des Hundes mit dem Wolf kommen und dieser ernährt sich nun mal überwiegend durch Fleisch. Hundefutter mit hohem Fleischanteil ist artgerecht, es ist gesünder, es hält unsere Hunde aktiv und vital. Dennoch landet sehr häufig eben günstiges Futter im Napf, denn viel Fleisch im Fressen hat einen Nachteil: Es kostet auf dem ersten Blick mehr als das günstige Futter. Dazu unten aber mehr.

Hundefutter mit hohem Fleischanteil Vergleich

Als erstes das Nassfutter, sortiert wurde nach Fleischanteil. Das Nassfutter mit dem höchsten Fleischanteil befindet sich in der Tabelle ganz links. Ich tendiere persönlich zu Hundefutter, in denen die Inhaltsstoffe komplett deklariert sind. Da mein Hund keine Getreideallergie hat, könnte ich mich zwischen den ersten drei Plätzen beim Dosenfutter entscheiden. Mein Hund mag dabei besonders gerne das Hundefutter von Anifit.

Hopeys Natürliche Hundenahrung mit 98 Prozent Fleisch. Anifit Dosenfutter mit hohem Fleischanteil. Hundefutter mit viel Fleisch drin Terra Canis Nassfutter mit viel Fleisch.
Hopey’s Anifit Dehner Best Nature Terra Canais
Fleischanteil:
98 %
Fleischanteil*:
90 – 93 %
(je nach Sorte)
Fleischanteil:
66 %
Fleischanteil:
60 %
Rind & Karotte
Eine Porteinquelle
Verschiedene Sorten
Mehrere Proteinquellen je Dose.
Lachs & Geflügel mit REis
2 Proteinquellen
9 verschiedene Sorten
Kein Getreide einige Sorten ja Vollkornreis einige Sorten getreidefrei.
Deklaration:
100 %
Deklaration:
100 %
Deklaration:
100 %
Deklaration:**
89 %
Hoher Anteil an Fleischbrühe (29 %). Hoher Anteil an Trinkwasser (29 %).

*Anteil an Fleisch und Fisch im Futter.
** Bei der genauen Zusammensetzung des Futters wird mit Klammern und Prozentangaben getrickst. Der Fleischanteil bleibt aber hoch.

Das sind die von mir getesteten Hundefuttersorten. Getestet meint in diesem Fall Alltagstest. Wobei es am Anfang gar nicht so einfach war, den Hund an so hochwertiges Hundefutter zu gewöhnen.

Vorteil von hochwertigem Hundefutter

Könnte ein Hund wie er wollte, würde er sicherlich den halben Tag fressen und den Rest verpennen. Den meisten Hunden (ok, wahrscheinlich allen) ist dabei völlig egal, was sie im Fressnapf haben. Schmecken soll es (das tun dann Lockstoffen und Geschmacksverstärker auch Billigfutter) und satt machen auch (dafür gibt es bei Billigfuttern dann sogenannte Füllstoffe). Aber uns sollte es nicht gleichgültig sein, wir sollten, wenn es uns möglich ist, durchaus Wert legen auf eine gesunde und bewusste Ernährung eines Hundes. Denn die Ernährung hat auch beim Hund einen großen Einfluss auf sein Leben. Er ist fitter, kann mehr leisten. Auch ein Hund kann unter Mangelerscheinungen leiden, häufig zeigen diese sich zum Beispiel in einem stumpfen Fell, glanzlosen Augen oder eben Lustlosigkeit.

Aber die Folge von einer Umstellung auf hochwertigem Hundefutter ist meist nicht nur, dass der Hund fitter und agiler wird und das Fell schön glänzt, häufig merkt man auch eine Veränderung bei dem was beim Hund irgendwann wieder hinten rauskommt, nämlich bei seinem Kotabsatz. Dieser wird weniger und meist fester.

Hunde brauchen Fleisch im Futter

Die Zeiten, in denen Hunde sich selbst um ihr Fressen kümmern mussten oder von unseren Abfällen leben, sind längst vorbei. In ihren Fressnapf kommt das, was kaum noch Ähnlichkeiten mit ihrer einstigen Beute hat, häppchenweise und vorzerkleinert. Dennoch ist der Hund ein Fleischfresser. Das sieht man an seinen Zähnen, die bestens dafür geeignet sind, auch größere Stücke zu zerfetzen und Knochen zu zermahlen, man würde es aber auch sehen, wenn man seinen Verdauungstrakt untersuchen würde. Denn dieser ist kurz, wie bei allen Fleischfressern. Während bei einer Kuh die Länge des Verdauungskanals im Verhältnis zur Körperlänge 21:1 beträgt, sie als Pflanzenfresser also einen sehr langen Verdauungskanal hat, beträgt dieses Verhältnis bei Hunden 6:1 und bei Katzen sogar nur 4:1. Die Kuh braucht einen so langen Verdauungskanal, um die Nährstoffe aus ihrem Fressen optimal verwerten zu können. Fleisch ist eine sehr einfach zu verwertende Nahrung. Und daran hat sich auch der Verdauungskanal beim Hund angepasst.

Angaben auf dem Futter – Wieviel Fleisch ist drin?

Das Kleingedruckte auf Lebensmitteln ist immer wieder interessant. Nicht alle Hersteller deklarieren vollständig was in einer Dose, Packung oder Flasche drin ist. Das ist beim Hundefutter auch nicht anders, als bei unserem Essen und Trinken. Während bei uns viele Orangen auf einem Bild einen hohen Anteil an Frucht im Trinken darstellen soll (und dann ist es doch nur eine Limo mit nur 4 Prozent Fruchtsaft), gibt es entsprechende Bilder eben auch beim Hundefutter. Wer genau wissen möchte, was drin ist in einer Dose, muss also aufs Kleingedruckte achten. Und hier gibt es leider zwei Varianten.

Angaben ohne Prozente

Nicht alle Hersteller deklarieren die Inhaltsstoffe vollständig. In diesem Fall hilft es zu wissen, dass bei  den Inhaltsangaben die Reihenfolge Rückschlüsse über die Menge zulässt. Je weiter vorne in der Liste etwas steht, um so höher ist der Anteil im Produkt. Kommt Fleisch erst weit hinten in der Liste, dann kann man davon ausgehen, dass der Anteil an Fleisch im Fressen auch nicht sehr hoch ist. Allerdings ist der Umkehrschluss nicht immer richtig. Nehmen wir an, wir haben eine Angabe, die da lautet: Fleisch, Reis, Weizen, Mais. Dann ist natürlich der Anteil an Fleisch an der Gesamtmenge höher als der von Reis an dieser, vom Weizen an dieser und vom Mais an dieser. Es könnte sein, dass dieses Futter 90 Prozent Fleischanteil hat, sehr wahrscheinlicher hat es aber nur 26 Prozent. Und der Rest wäre dann eben Weizen, Mais und Reis.

Fleischanteil 100 Prozent Lamm

Das ist ein sehr beliebter Trick. Irgendwo auf der Packung wird auffällig der Satz Fleischanteil 100 Prozent von Lamm oder Pferd oder Huhn  aufgeführt. Mein Gehirn übersetzt dann aus irgendeinen Grund, dass die 100 Prozent Fleischanteil für das Futter selbst gelten. Das ist aber meist eben nicht der Fall. Die Angabe sagt nur aus, dass die Menge an Fleisch, die drin ist, eben garantiert zu 100 Prozent in diesem Fall Lamm ist (und nicht Pferd, Geflügel, Rind). Hat dieses Hundefutter nur einen Fleischanteil von 20 Prozent, dann besteht das Futter eben zu 20 Prozent aus Lamm und nicht wie mein Gehirn versteht zu 100 Prozent.

 

Hundefutter mit Prozentangaben und vollständiger Deklaration bevorzugen

Der Idealfall ist also, wenn alle Inhaltsstoffe im Hundefutter aufgeführt werden und das mit vollständigen Angaben, die am Ende natürlich 100 Prozent betragen sollten. So handhabt es zum Beispiel auch Anifit. Beim Nassfutter Schäfers Pfanne wird die Zusammensetzung wie folgt angegeben:

87,1 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (47 % Rind (davon 33 % Pansen), 27 % Lamm, 26 % Huhn), 3,4 % Fisch und Fisch-nebenerzeugnisse (100 % Lachs), 7,6 % Reis, 1,7 % Gemüse (88 % Karotte, 12 % Tomate), 0,2 % Mineralstoffe

Das Bedeutet am Ende:

87,1 Prozent Fleisch stehen 12,6 Prozent anderen Inhaltsstoffen gegenüber.

Die 87,1 Prozent sind genau aufgeschlüsselt und bestehen aus Rind (47%), Lamm (27 % und Huhn (26 %) und diese drei Fleischsorten ergeben mit ihren Prozentangaben 100 Prozent. Alles deklariert. In den restlichen 12,6 Prozent ist dann Fisch, Reis und Gemüse und ein wenig Mineralstoffe enthalten.

Eine solche Deklaration ist natürlich vorbildlich.

 

Fragen und Antworten rund um Hundefutter mit hohem Fleischanteil

Hier noch einige Fragen und Antworten, die sich in den letzten Wochen und Tagen nach Start dieser Seite und bei Gesprächen mit anderen Hundebesitzern über dieses Thema Welches Hundefutter ist gesund für den Hund ergeben haben. Natürlich spielt der Preis eine Rolle, aber viele haben erstaunliches bemerkt: Sie kaufen extra das gute Futter und ihr Hund mag lieber das Billigfressen.

Ich kann mir Hundefutter mit hohem Fleischanteil nicht leisten?

Die meisten Hundehalter greifen ja nicht zum Billigfutter, weil sie ihrem Hund schaden wollen. Und längst nicht alle machen das, was sie der Werbung vertrauen. Manchmal ist es einfach der Blick in den eigenen Geldbeutel, der einen zu günstige Futtersorten greifen lässt. Zwar ist Hundefutter mit hohem Fleischanteil wirklich etwas teurer, aber nur wenn man alleine den Preis pro Kilogramm vergleicht. Beim Vergleich sollte man unbedingt berücksichtigen, dass der Hund meist viel weniger von einem solchen Futter benötigt, als vom günstigen Futter. Bekomme ich den Hund also mit einer 200 Gramm Dose Hundefutter mit hohem Fleischanteil satt, brauche ich aber eine 400 Gramm Dose vom günstigen Futter, dann kann es durchaus sein, dass ich Geld spare oder es einfach nur etwas teurer ist und nicht viel teurer. Das muss man unbedingt aber auch für sich selbst ausrechnen.

Daher bitte bei einem Preisvergleich auch die Fütterungsempfehlung des Herstellers beachten.

Warum ist in so vielen Hundefutter so wenig Fleisch drin?

Die meisten Hersteller von Hundefutter müssen Konkurrenzfähig sein und natürlich möchten sie nicht nur ihre Mitarbeiter bezahlen, sondern auch Gewinn machen. Eine der teuersten Zutaten in einem Hundefutter ist aber nun mal Fleisch. Ein Hundefutter mit hohem Fleischanteil kostet daher meist in der Herstellung mehr Geld als eins, bei dem eher Fleischnebenerzeugnisse oder gar kein Fleisch verwendet wird. Schuld sind aber nicht die Hersteller von Futter alleine, sondern auch wir Konsumenten. Schließlich bestimmt in unserer Wirtschaft vor allem die Nachfrage das Angebot. Und nachgefragt wird eben günstiges Futter. Oftmals ist es noch nicht mal böser Wille, wir lassen uns nur allzu gerne auch von Werbung und Verpackung beeindrucken.

Warum schmeckt so vielen Hunden Billigfutter so gut?

Als Fressnapf-Füller eines Hundes kann man schon verzweifeln. Da hat man extra ein hochwertiges Hundefutter mit hohem Fleischanteil gekauft und in den Napf gegeben und was passiert? Der Hund verschmäht es. Stellt man sein altes günstiges Futter mit 4 Prozent Fleischanteil daneben, dann nimmt er das. Dem Hund schmeckt Billigfutter also viel besser? Ja, das liegt aber vor allem daran, dass der Hund ausgetrickst wird. Denn in vielen günstigen Hundefutter finden sich so einige Geschmacksverstärker und auch Lockstoffe, die dafür sorgen, dass es dem Hund schmeckt. Das ist so ähnlich wie Müsli und Schokoriegel. Klar schmeckt den meisten Menschen der Schokoriegel viel besser, deswegen ist er aber nicht gesünder als das Müsli. Hier einige Tipps zur Futterumstellung beim Hund.

Darf auch Getreide im Hundefutter sein?

Es heißt ja Hundefutter mit hohem Fleischanteil und nicht mit 100 Prozent Fleisch darin. Selbst bei wirklich hochwertigen Anbietern von solchem Nassfutter findet sich auch noch Getreide und Gemüse drin. Es gibt zwar Hunde, die wirklich kein Getreide vertragen bzw. bei denen man auf die Sorte Getreide aufpassen muss, aber Getreide an sich ist nicht schädlich. Wobei mir bewusst ist, dass es Hundehalter gibt, die das anders sehen.

Der Wolf ist kein reiner Fleischfresser

Wolf ist kein reiner Fleischfresser.
Junger Wolf Nordamerika.

Aber selbst der Wolf war bzw. ist kein reiner Fleischfresser. Wenn ein Wolf ein Tier erbeutet hat, dann wurde dieses mit Haut und Haaren verspeist. Den Luxus sich nur Filet oder Muskelfleisch herauszupicken hat sich der Wolf ebenso wenig gemacht, wie es heute freilebende Hunde tun würden. Also wurde auch der Inhalt von Magen und Darm gefressen. War das ein Kaninchen, dann war eben auch entsprechend Gras, Getreide, vielleicht Mais drin. Allerdings war dies natürlich vorverdaut, was dem Wolf natürlich entgegen kam, denn seine Verdauung kommt natürlich mit Fleisch besser zurecht.

Und man muss nicht unbedingt alleine auf den Wolf schielen. Ich kenne mehr als einen Hund, der es liebt Gras zu fressen, mal Beeren zu mopsen und sich ähnliches in den Magen schlägt. Es gibt natürlich Hunde, die Gras gezielt fressen, um sich anschließend zu übergeben. Es gibt aber auch Hunde, die das Gras drin behalten.

Zum Glück hat man heute die Wahl. Hat man einen Hund, der eine Getreideallergie hat, dann sollte man natürlich entsprechendes Futter geben. Bei einem gesunden Hund, ohne Getreideallergie, reicht ein Hundefutter mit hohem Fleischanteil für die artgerechte Ernährung aber aus. Gut wäre es, wenn im Futter dann eher Reis oder Mais enthalten ist, da dies für den Hund leichter verdaulich ist als zum Beispiel Weizen.

Woraus besteht eigentlich ein Beutetier?

Beutetier BestandteileSicherlich ist die Zusammensetzung eines Beutetiers auch abhängig davon, wie gut die Futterquellen vor Ort sind, ob es Winter oder Sommer ist und ob zum Beispiel gerade eine Hitzeperiode oder Trockenzeit war. Dennoch lässt sich ein Durchschnitt darüber angeben, aus welchen Bestandteilen normalerweise ein Beutetier besteht. Die Zusammensetzung findet sich im Diagramm links.

Der Hauptbestandteil ist zwar Muskelfleisch, aber dennoch besteht nicht die gesamte Fleischbeute aus diesem. Es kommen noch Innereien, Fett, Knochen, Haud und Blut dazu.

Aufgeschlossenes Getreide

Es gibt Futtersorten für Hunde, die nicht Getreide aufführen, sondern aufgeschlossenes Getreide. Das ist Getreide, dass stark erhitzt wurde und damit im Prinzip gegart, oder aus Hundesicht vorverdaut. Damit kann es der Hund besser verwerten.

 

Test und Vergleich

Test und Vergleich entsprechender Futtersorten.